Segler-Club Oberspree e.V. (SCO)

Ein Stück Berlin seit 1906

Mittelmeer-Fun-Challenge

Die MFC 2011 ist Geschichte!

Das Team Andreas Schreiner hat alle Tageraces gewonnen und ist damit Gesamtsieger!

Als mitsegelnder Organisator der Race hat das Team zugunsten des zweitplatzierten Josef Kuhn & Crew auf den Startgeldgutschein für sich und seine Crew verzichtet.

Das Siegerteam der Funwertung ist das Boot von Thomas Brechbühl (Schweiz)! Wie das Fernsehen berichtete, mussten am Flughaven in Zürich 3500 Fans hinter den Absperrungen mühsam zurückgehalten werden, nur Angehörige wurden vorgelassen.

Die Redaktion gratuliert dem Gewinnerteam und bewundert die Großzügigkeit des Organisators! Wir sind stolz auf unser MCF - Team und freuen uns über die gelungene Organisation und die erfolgreiche Umsetzung der sportiven und einsteigerfreundliche MCF 2011!

Doch laufenden Bilder sagen mehr als Worte, alle Videos der MCF 2011:

Erstes Segeln im MFC Revier
Anbaden und Regattatraining
MFC - erste Fahrt bei 7 Bft, - 2. Versuch
Video vom ersten Start bei 5-6Bft
Wasserschildkröte gerettet - kein Wind
Video Badebucht mit Starttonne

Weitere Details der MFC, sowie Endergebnisliste und Sieger Funwertung auf dem MCF-Blog.

Wir sind sehr gespannt auf die persönlichen Berichte!

Die Redaktion

Fotogalerie der MCF 2011


Beginnertörn 2010

Anlass des ersten Beginnertörns des SCO war eine Fun Regatta im Seegebiet um  Mallorca/Ibiza/Formentera. Skipper Andreas hatte alles erstklassig vorbereitet (Dank nochmals dafür) und endlich ging’s im Oktober mit einer Jeanneau Sun Odyssey 40 los. Der nachfolgende Kurzbericht schildert die Erlebnisse einer insgesamt 6-köpfigen Crew, komplett altersgemischt und mit verschiedenen Kenntnis-Ständen.

von Nathalie Sauer und Lars Kluge

 

Klappe die erste oder wie alles begann                                    

Freitag, der 08.10.10

Den Nachmittag verbrachten wir auf der Hotelterrasse, mit Blick auf den Hafen und dem ersten WillkommensbierCHEN. Nach kurzer Erfrischung im Hotelpool konnten wir es dann doch nicht erwarten und fuhren schon mal an den Hafen, um einen ersten Blick auf das Boot zu werfen. Ein kurzer Schnack mit den Schweizer Vormietern  und schon ging ´s frohen Mutes in die Altstadt von Palma in eine Tapasbar, der berühmten La Boveda, die als Treffpunkt auserkoren war. Großes Entzücken brach bei den männlichen Reisenden ob des an der Decke hängenden Schinkens aus und tatsächlich fand sich auch noch eine Ecke im Magen, in die dieser hinein passte. In der Zwischenzeit gesellte sich Julia zur Truppe: Die Zeit des Wartens auf Lars verging wie im Flug. Lars hatte vor dem Segeltörn noch eine Europaflugrundreise gebucht und diese ganz unbeschadet und ohne Gepäck überstanden.

 

Schiffübernahme

Samstag 9.10.2010

Die Sonne kitzelte morgens unsere Nasen, das Wetter versprach nur Gutes. Nach erfolgreicher Nahrungsaufnahme und Check-Out ging’s dann per Taxi zum Hafen, erstmal unsere Luxus-Yacht besichtigen. 40,3 Fuß sind nicht alle Welt, aber mit dem Team sollte das klappen….Einräumen des Gepäcks und der inzwischen eingekauften Vorräte nahmen dann doch soviel Zeit in Anspruch, dass ein angedachter erster Törn zeitlich nicht mehr passte. Ab ging’s für Sven und Andreas zur Rennleitung (Skippertreffen) und danach durch die Bodegas von Palma. Spät ging’s dann auf’s Boot, Abfahrt war ja für 6:00 vorgesehen. Die Meerjungfrauen schliefen in der Bug-Kabine. Carsten, Andreas, Svennie und Lars lernten, wie man in die hinteren Kajüten einsteigen muss (Füße voran, Ganzkörperverwindung, Kopf einziehen und elegant an der Tür abstoßen). Die Sterne funkelten, das Wetter musste für die morgige Überfahrt nach Ibiza einfach gut werden!

 

Die alte Welle und der neue Plan                                      

Sonntag 10.10.2010

Hoch motiviert sprangen alle um 6 Uhr aus den Betten, um das Schiff für die lange Tour nach Ibiza klar zu machen. Genauso hoch motiviert sprangen dann alle, nach dem ersten Blick nach draußen, in ihr Ölzeug. An segeln war nicht zu denken, aber wir starteten die Reise tapfer unter Motor. Wir komplettierten die Ausrüstung dann noch um Schwimmwesten und Lifebelts und suchten uns jeder einen gemütlichen Platz zum „Anketten“. Das Boot gab alles, aber nach einiger Zeit war klar, dass wir gegen diese Wellen nicht nach Ibiza kommen würden und es gab einen neuen Kurs: Andratx , weiterhin Mallorca. Kurz vor Andratx klarte das Wetter auf und wir setzten erstmalig die Segel. Alte Welle und neue Krängung ließen vier alte Hasen vor Freude juchzen und zwei neue Hasen (Angsthasen) ganz still werden. Immerhin konnten an diesem Tag die ersten 10 Meilen gesegelt werden. In Antratx angekommen lernten wir einen Teil der anderen Crews kennen und versuchten bei nun vorhandenem Sonnenschein einen Teil des Pelzes wieder zu trocknen. Abends erkundeten wir die Altstadt und aßen zur Abwechslung mal italienisch. Sehr zur Freude unseres Nachbarbootes stimmten wir mit gut geölten Kehlen um Mitternacht das Geburtstagsständchen für Lars an.

 

2. Tag auf dem Wasser                                                             

Montag 11.10.2010

Nach kurzer Nacht krochen wieder alle recht früh aus Ihren Kojen, das Wetter sah ganz passabel aus. Also ab nach Ibiza! Wegen des fehlenden Windes allerdings wieder unter Motor. Auf halber Strecke entdeckten wir eine gewaltige Wolkenfront genau zwischen uns und Ibiza, keine Chance zum Ausweichen. Blitze zucken, es sah sehr ungemütlich aus. Aber wir hatten Glück: Die mächtige Gewitterfront zerfaserte genau vor uns, und wir rauschten durch - fast ohne nass zu werden. Die Anspannung - speziell bei den beiden Angsthasen- sank spürbar. Nathalie und Sven machen auf Haute Cuisine und kredenzten Spaghetti mit Knoblauch, beim dem Wellengang tatsächlich hohe Kochkunst. Nach Passage einer Engstelle bei der Illa de Tagomago setzten wir dann bei frischem Wind die Segel. Jeder durfte und musste ran, geübt wurden Wenden und Halsen, beim Winschen gab’s schon den ein oder anderen roten Kopf. Festmachen dann römisch-katholisch im Hafen von Santa Eulalia. Wir lagen als erste in der Reihe, bei dem angesagten Sturm nicht ganz optimal, aber man kann sich eben nicht alles aussuchen. Abends dann noch Skipperbesprechung und Bewegung im Nachtclub. 

 

Der waagrechte Regen und gefühlte 40 Knoten                       

Dienstag 12.10.2010

Nach Studium multipler Wetterberichte hatte Skipper Andreas ausschlafen angeordnet. Als alle aus den Kojen gekrochen waren und bei Regen ein leckeres Frühstück unter Deck verzehrt war, musste sich Julia einem eingehenden Navigationstraining unterziehen. Danach brachen wir mit dem Taxi nach Ibiza-Stadt auf und vertrieben uns dort zunächst die Zeit mit einem Kulturprogramm, besichtigten die Festung der Stadt. Der Wind nahm merklich zu. Im La Oliva speisten wir vorzüglich und waren ganz versöhnt mit dem Regenwetter. Wieder zurück im Hafen bot sich uns ein ohrenbetäubender Lärm aus Wind, schlagender Takelage, ächzenden Booten und quietschenden Fendern. Viele der Boote wurden bereits an den Steg  gedrückt. Der Regen kam waagrecht in Böen an und man konnte sein eigenes Wort kaum verstehen. Selbst im Hafen gab es hohe Wellen und Gischt. Wir versorgten unser Boot mit einer zweiten Mooring, die wir nur unter Vollgas anbringen konnten. Das Boot fuhr festgemacht gefühlte 40 kn. Nachts hielten wir Wache und so wurde auch das Reißen des Luv-Festmachers gegen 4 Uhr sofort bemerkt. Auch das der Wind drehte und es ab 6 Uhr ins Boot regnete blieb nicht lange unbemerkt. Erst gegen Morgen ließen sowohl Wind wie auch Regen nach und es klarte herrlich auf. 

 

Und nochmal Hafenaufenthalt                                               

Mittwoch 13.10.2010

Nach überstandener Nacht sah die Welt doch ganz anders aus: Das Boot teilweise nass, der Sturm abgeflaut, die Sonne traute sich wieder. Nach einem kleinen Frühstück ging’s erstmal den Hafen entlang. Einige Schiffe sahen nicht gut aus, lagen zerstört entweder am Strand oder an der Kaimauer. Hoffentlich war niemand drin! Mittags dann Essen im Hafenrestaurant, danach Spaß an Bord mit Snack und Drinkchen von Julia. Was für ein Kontrast zum Vortag. Es folgten Einkauf, Barbesuch und Besichtigung der Festungskirche von St. Eulalia, danach Abendessen an Bord und Skipperbesprechung zur folgenden Wettfahrt (wir glaubten noch daran?!).

 

Schwimmen auf offener See, Delphinbesuch und die Frage: „gibt es Landkrankheit?“   

Donnerstag 14.10.2010

Um Mallorca bei Tageslicht zu erreichen, war die Abfahrt für 7 Uhr geplant. In schöner Regelmäßigkeit erhielten wir um 6 Uhr jedoch wieder Gewitterbesuch, so dass sich das Ablegen auf 8:45 Uhr verzögerte. Dafür wurden wir mit strahlendem Sonnenschein und einem Frühstück an Deck entschädigt. Wind gab es zunächst keinen, so dass die „Moondance“ erneut unter Motor lief. Um die Mittagszeit hatte die Sonne ihre volle Kraft entfaltet und es hieß ganz geplant: Männer und Frauen über Bord. Endlich schwimmen im Meer. Danach frischte eine leichte Brise von achtern auf und Julia und Carsten testeten ihre Fähigkeiten im Segel im Schmetterling und Shiften.

Während der Mittagessensvorbereitung ereilte die beiden Smutje der Ruf „Delphine“. Darauf hatte zumindest Nathalie seit Beginn der Reise gewartet und war selig, die schönen Tiere so nah zu sehen. Alle anderen konnten sich der Faszination der lustigen, neugierigen und schnellen Meeresbewohner auch nicht entziehen. Wir wurden eine Weile begleitet, dann war der Zauber auch schon wieder vorbei.  Leider drehte der Wind, und um unseren Kurs beizubehalten, mussten wir die Segel einholen.Als wir uns Mallorca näherten sahen wir zwei große Gewitterfronten und schafften es gerade rechtzeitig in den Hafen von Sa Rapita. Trotzt telefonischer Reservierung schien es keinen Anlegeplatz zu geben, so dass uns die Box des Slip-Krans zugewiesen wurde. Froh, vor dem Gewitter im Hafen angelangt zu sein, machten wir uns zum Essen auf und strandeten bei Can Pepe. Einigen Crewmitgliedern schien nun der feste Boden unter den Füßen nicht mehr zu bekommen, aber das Essen war hervorragend und auch der Digestiv, der einer Medizin ähnlich war, wurde in aller Ausführlichkeit genossen. Danach ließen wir Julias Abschiedsabend an Bord ausklingen. 

 

Und noch mal unterwegs                                                

Freitag 15.10.2010

Julia verließ in aller Herrgottsfrühe fast unbemerkt das Boot. Es muss kurz danach gewesen sein, als Arbeiter ihre Box unter dem Kran beanspruchten und uns zum sofortigen Verlassen des Platzes aufforderten. Kapitän Andreas fuhr in seiner Nachtuniform das Boot an einen anderen Platz, es folgten Reinigung der Besatzungs- und des Schiffkörpers und Bunkern von Wasser. Ganz gemütlich ging es dann gegen Mittag gen Cala Pi. Tauchen, Schwimmen, Sonnen in der Bucht, so hätte das Wetter doch jeden Tag sein können. Verspätete Abfahrt Richtung Palma, dort Rückgabecheck des Bootes (mit Tauchern, die das Unterwasserschiff inspizierten!). Nun noch das Chaos beseitigen, alle Klamotten wieder in die richtigen Taschen und Entsorgung von gefühlten 70 Bechern Joghurt (ja, Nathalie hatte drei gegessen). Letztes gemeinsames Essen in der Altstadt, danach noch Besuch einer Bodega mit Musik und Tanz. 

 

Schwerer Abschied im strahlenden Sonnenschein              

Samstag 16.10.2010

Carsten verließ das Schiff um 6 Uhr als erster und gab damit den Startschuss für die Ausräumarbeiten.  Trotz misslicher Umstände hatten wir das Boot heil in den Hafen zurück gebracht. Alle waren ganz still beim Ausräumen, richtig Stimmung wollte nicht aufkommen. Wir frühstückten nach getaner Arbeit im Hafen, sahen einen wunderschönen Sonneaufgang  und wollten gar nicht abreisen. Andreas und Sven hatten, als erfahrene Segelreisende, dies schon geahnt und noch eine Woche Familienurlaub im Anschluss geplant. Für alle anderen hieß es schnief und ab ins kalte nasse Deutschland. Das Resumée: ein beeindruckendes, nasses, viel zu kurzes Abenteuer mit einer Gruppe von Menschen, die einem in kurzer Zeit sehr ans Herz gewachsen sind.